Zukunftsforum mit Norbert Lammert

Eine Stiftungsveranstaltung

mit dem ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages

Am 18.04.2018 hatte die Märkische Bank einen hochrangigen Referenten zu Gast: Der ehemalige Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert hielt an diesem Abend im Rahmen eines Zukunftsforums der Märkische Bank Stiftung in der Bahnhofstraße einen spannenden Vortrag zum Thema "Wie steht es um die Demokratie in Deutschland und Europa?".

In seinem Vortrag skizzierte Prof. Dr. Lammert ein eher kritisches Bild von der aktuellen Lage der Demokratien in Europa. Schon seit einigen Jahre seien in unseren europäischen Nachbarländern der Nationalismus und der Vertrauensverlust der etablierten Parteien stark auf dem Vormarsch. Und seit der Bundestagswahl im September 2017 und dem damit verbundenen Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag, hat auch Deutschland eine rechtspopulistische Partei im Parlament. Wie konnte es dazu kommen? Dr. Norbert Lammert skizzierte in diesem Zusammenhang zunächst markante Wendepunkte in der Geschichte, allem voran die in der Hauptsache auf europäischem Boden ausgetragenen beiden Weltkriege und den Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion, die zum einen den Bedeutungsverlust der europäischen Nationalstaaten und zum anderen die Entwicklung der Europäischen Union mit ihren nunmehr 28 Mitgliedsstaaten als Antwort darauf, maßgeblich beeinflusst haben.

Die Hauptursachen für die aktuelle Lage führt Lammert allerdings auf die großen Themen "Globalisierung" und "Digitalisierung" zurück, mit denen weitere Souveränitätsverluste für die Nationalstaaten in ökonomischer und politischer Hinsicht verbunden sind. Diese umfassenden Veränderungen führen in den einzelnen Staaten, bei den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch im politische System, zu starker Verunsicherung. Dies mündet dann in der Folge in zunehmend protektionistischen und nationalistischen Tendenzen. Ein so überzeugter Europäer wie Norbert Lammert sieht hierin natürlich nicht die Lösung, sondern eine weitere Verstärkung des Problems. Nicht weniger Europa, sondern ein stärkerer Zusammenhalt und eine Vertiefung der Integration innerhalb der EU, seien der bessere Lösungsansatz - wobei Dr. Lammert eine gelungene Vertiefung der EU als notwendige Voraussetzung vor einer Erweiterung der EU ansieht.