„Kunst vor Ort“ kombiniert

Kreativität und Jugendpädagogik

Starterprojekt im Wettbewerb „WestfalenBeweger“

Die Mitarbeiter des Vereins „Kunst vor Ort“ rücken mit Pinsel, Farben und Sprühdosen an. Sie haben sich auf
die Fahne geschrieben, die kreativen Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
zu fördern, und setzen ihr Ziel durch Angebote der kulturellen Bildung meist in Form aufsuchender Jugendarbeit um. Im Fokus stehen dabei vordergründig Stadtteile mit heterogener Bevölkerung und großen sozialen Ungleichheiten. „Kunst kombiniert mit einem jugendpädagogischen Ansatz, der nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt, das ist eine überzeugende Idee, die mit einfachen und unkomplizierten Methoden direkten Kontakt aufbaut“, freut sich Dr. Karl-Heinrich Sümmermann über die seit zwei Jahren erfolgreiche Innovation in Hagen. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Westfalen-Initiative begründet damit zugleich die Entscheidung der Jury, die das Vorhaben aus gut 60 Bewerbungen als eines von zehn Starterprojekten im Ehrenamtswettbewerb „WestfalenBeweger“ 2018/19 ausgewählt hat.

Regelmäßig arbeiten lokale Künstler und Künstlerinnen zusammen mit pädagogischen Fachkräften auf öffentlichen Plätzen, um dort für Kinder und Jugendliche vielfältige Kunstaktionen anzubieten. „Unsere wöchentliche Arbeit und diverse Sonderaktionen mit den jungen Menschen zielen darauf ab, soziale und sprachliche Kompetenzen zu fördern und einen kulturellen Dialog zu schaffen. Wir stellen Arbeits- und Kunstmaterialien und vermitteln damit neu Techniken, damit die Kinder und Jugendlichen kostenlos etwas Kreatives schaffen und sich individuell in ästhetischer Form ausdrücken“, erläutert Vorsitzende Lisa Peters das Vereinskonzept.

Dieses niedrigschwellige, außerschulische Bildungsangebot im künstlerisch-kreativen Bereich überzeugt auf der ganzen Linie“, äußert sich auch Hermann Backhaus, Vorstandsvorsitzender der Märkischen Bank eG und Stiftungsvorstand der Märkische Bank Stiftung, von dem Konzept überzeugt. „Hier übernehmen die Engagierten in Hagen eine enorm wichtige gesellschaftliche Verantwortung in ihrem direkten Lebensumfeld“, begründet er zugleich, warum das Geldinstitut sofort bereit war, das Projekt ebenfalls finanziell zu fördern.

Der Verein „Kunst vor Ort“ ist über Stadtteilgremien, und stadtweite Arbeitsgemeinschaften gut vernetzt. In der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sowie der dafür erforderlichen Vorbereitung und Organisation engagieren sich derzeit etwa 15 Personen. Schon zu Beginn des Projektes nahmen bis zu 50 Kinder und Jugendliche an den Aktionen teil. „Nun suchen wir aktiv nach weiteren Engagierten“, verweist Geschäftsführerin Elena Grell darauf, dass in einem weiteren Stadtteil ein festes Angebot etabliert werden soll.

So erfüllt „Kunst vor Ort“ auf jeden Fall exemplarisch den neuen Modus des Wettbewerbs „WestfalenBeweger“, der nun zum sechsten Mal ausgetragen wird. Während es in der Vergangenheit Förderpreise für erstklassige, bereits praxiserprobte Projekte gab, werden nun im Sinne eines „Qualifizierungsstipendiums“ zehn tolle neue Ideen auf den Weg gebracht und mit einem Startgeld von jeweils 2.000 Euro ins Wettbewerbsjahr geschickt. Es geht also zunächst um Konzepte, mit denen Vereine, Verbände und Initiativen ihr bürgerschaftliches Engagement weiterentwickeln möchten. Die Westfalen-Initiative begleitet und unterstützt die ausgewählten Bewerber bei der Umsetzung ihrer neuen Ideen. Für die Realisierung des Konzeptes ist ein knappes Jahr Zeit. Dann vergibt die Jury in einer zweiten Wettbewerbsstufe weitere 15.000 Euro an die Preisträger, die während einer Feier ausgezeichnet werden.

Der Wettbewerb würdigt damit weiterhin beispielhafte ehrenamtliche Projekte. Er richtet sich dazu an Gruppen in Westfalen, die in nachahmenswerter Weise die Gestaltung der Zukunft selbst in die Hand nehmen und nicht allein auf staatliche oder bereits institutionalisierte Hilfe bauen. Die Tätigkeit kann alle Bereiche umfassen, von der Flüchtlingshilfe, dem Einsatz für Menschen mit Handicaps bis zu Kultur, Sport und Denkmalpflege. Im Unterschied zu anderen Wettbewerben fördert „WestfalenBeweger“ nicht nur gute Ideen und Projekte, sondern stärkt die Strukturen der Initiativen: Die Bewerber können an Workshops und Vernetzungstreffen zum Beispiel zu den Themen Fundraising sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit teilnehmen. Die Engagierten werden durch kollegiale Beratung vernetzt und auf Augenhöhe beraten durch erfahrene Vereine und Initiativen. Seit 2013 wurde bürgerschaftliches Engagement in 57 Projekten mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 280.000 Euro ausgezeichnet. Die Westfalen-Initiative und ihre Partner honorieren und unterstützen damit ganz maßgeblich den ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern in der Region.

Quelle: WestfalenBeweger