Genossenschaft soll das Lennetal mit schnellem Internet versorgen

Breitbandgenossenschaft Hagen eG nimmt den Betrieb auf

Hagen. Wichtiger Meilenstein für das schnelle Internet im Lennetal: Am heutigen Mittwoch wurde die Breitbandgenossenschaft Hagen eG gegründet. Sie nimmt zum 1. September 2016 den Betrieb auf. Die Genossenschaft wird zukünftig das gesamte Gewerbegebiet Lennetal mit Breitbandanschlüssen versorgen. Michael Hösterey, Vorstandsmitglied der frisch gegründeten Genossenschaft ist sicher, dass die Unternehmen im Lennetal die eG brauchen, um den Wirtschaftsstandort zu sichern. „Nur ein schneller Internetanschluss macht uns konkurrenzfähig. So sind wir in der Lage, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, so Hösterey, der auch Mitglied im Vorstand der Wirtschaftsjunioren in Hagen ist.

Der Ausbau im Lennetal beginnt in den Flächen, die eine besonders hohe Dichte an Unternehmen aufweisen. Insgesamt werden rund 33 km Glasfaser neu verlegt. Anschließend wird das Netz an das Basisnetz der WINGAS angeschlossen, die das Signal aus dem Verteilnetz an das Weitverkehrsnetz weiterführt. Glasfasernetze bei denen die Kabel bis zum Endkunden verlegt werden (FTTB), bieten gegenüber der Vectoring-Technik der Deutschen Telekom die notwendigen und höchsten Bandbreiten, um zukunftssichere digitale Anwendungen zu gewährleisten. „Glasfaser ist die Technik der Zukunft. Mit der Genossenschaft können die Unternehmer in Eigenregie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern“, erklärte Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands (RWGV). Von Beginn an hat der Verband die Akteure vor Ort intensiv beraten.

Hagen ist eine von zwei Modellregionen in Nordrhein-Westfalen für die Erprobung von Breitbandgenossenschaften. Mit finanzieller Unterstützung des NRW-Wirtschaftsministeriums sollen bis 2017 geeignete genossenschaftliche Geschäftsmodelle für den Glasfaserausbau entwickelt werden, die als Blaupause für weitere Unternehmen und Kommunen dienen sollen. „Das Ziel einer flächendeckenden und schnellen Internetversorgung in NRW lässt sich umso eher erreichen, je mehr privatwirtschaftliches Engagement wir gewinnen können. Das Genossenschaftsmodell des RWGV ist dabei ein vielversprechender Ansatz. Von den Erkenntnissen können Kommunen und Unternehmen künftig stark profitieren“, so Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Die Genossenschaft in Hagen wird den Netzausbau mit einem Investitionsvolumen von rund 3 Mio. Euro forcieren und das Netz danach an einen technischen Betreiber verpachten. Die Netzdienstleistungen und der Vertrieb der Telekommunikationsprodukte für die Genossenschaft sollen von der Heli Net Telekommunikation GmbH & Co. KG, Soest, angeboten werden. Die erste wichtige Aufgabe der Heli Net ist, die Mindestanschlussquote von mindestens 100 Unternehmen bis zum 31. Dezember 2016 zu erreichen. Bis zum 15. Januar 2017 ist der Beitritt zur Genossenschaft für neue Mitglieder kostenfrei, danach greift ein gestaffeltes Eintrittsgeld, das sich nach der Mitarbeiteranzahl der teilnehmenden Unternehmen richtet.

„Die genossenschaftlichen Grundwerte der Selbsthilfe und Selbstverantwortung sind auch beim Aufbau eines regionalen Breitbandnetzes der richtige Ansatz“, erklärte Hermann Backhaus, Vorstandsvorsitzender der Märkischen Bank und zukünftiges Mitglied des Aufsichtsrates der Breitbandgenossenschaft Hagen. Als Mittelstandsfinanzierer vor Ort unterstützt die Märkische Bank gemeinsam mit der Volksbank Hohenlimburg die Genossenschaft in Finanzierungsfragen mit ihrem Knowhow und Netzwerk in der Region. Beide werben für einen raschen Beitritt der Unternehmer. „Je eher wir die Mindestanschlussquote erreichen, desto schneller kann mit dem Bau der Leitungen begonnen werden“, so Backhaus.

v.l. Vorstand- und Aufsichtsratsmitglieder der Breitbandgenossenschaft Hagen: Angelika Schulte, KB Schmiedetechnik GmbH, Michael Hösterey, Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüferkanzlei Bergfelder und Hösterey, Hermann Backhaus, Märkische Bank eG, Markus-Sven Knappik, Werbeagentur WAK GmbH